Leopardgecko Haltung: Kryptosporidien

Cindy hat sich die Zeit genommen, sich vertieft mit Kryptosporidien (auch Cryptosporidien) auseinander zu setzen. Im Blog zur Haltung der Leopardgeckos schreibt sie über den Erreger, die Verbreitung und Vorsichtsmaßnahmen. 

Zusammenfassung für eilige Leser

Cryptosporidien
Cryptosporidien (Quelle: geckotime.com)

Cryptosporidien gehören zu den gefürchtetsten Krankheiten bei Leopardgeckos. Nach Erfahrungsberichten, die ich im Internet gelesen hatte, besteht nur eine sehr geringe Überlebenschance und nicht selten muss der gesamte Bestand eingeschläfert werden. Persönlich machte ich gottseidank noch nie Bekanntschaft mit dieser Krankheit. Anhand der Aussagen meines auf Reptilien spezialisierten Tierarztes, hatte auch er in 40 Jahren noch nie Kontakt mit diesen tierischen Einzellern. Jährlich lassen wir unseren gesamten Bestand auf Cryptosporidien testen. Eine Impfung gibt es nicht. Hygiene sowie Stressvermeidung sind die einzigen vorbeugenden Maßnahmen, die du treffen kannst.

Anzeichen auf Cryptosporidien:

  • Gewichtsverlust
  • Nahrungsverweigerung
  • Lethargie
  • Durchfall
  • Erbrechen, sowie das Herauswürgen einer zuvor gefressenen Häutung

Haltung

Lieber allgemeinere Informationen zur Haltung der Leopardgeckos.

Krankheiten

Lieber allgemeinere Informationen zu Krankheiten und Hygiene der Leopardgeckos.

Kontakt

Das will ich mit den Züchterinnen direkt (Telefon, Mail, SMS) besprechen.



Was sind Kryptosporidien?

Kryptosporidien sind Parasiten, die bei Menschen wie auch bei Tieren vorkommen.
Bei Reptilien werden vor allem die Arten C. serpentis und C. saurophilum gefunden, diese sind aber für Menschen ungefährlich.
Es gibt zwei Arten von Oozysten (sozusagen die Eier der Kryptosporidien), dick- und  dünnwandige. Dünnwandige Oozysten bleiben beim befallenen Tier und befallen weitere Zellen. Dickwandige wiederum werden durch Kot ausgeschieden und so werden andere Tiere im Terrarium befallen. 

Welche Leopardgeckos sind eher gefährdet?

Es gibt Farbmorphe, die ein nicht so starkes Immunsystem haben und deshalb empfindlicher sind als jene mit einem ausgeprägterem Immunsystem. Die Tiere mit einem ausgeprägtem Immunsystem können die Parasiten ausscheiden ohne krank zu werden. Die Krankheit bricht erst aus, wenn die Tiere unter Stress stehen oder es nicht genug hygienisch im Terrarium ist.

Wie verbreitet sich der Erreger?

Der Mythos, jedes Tier habe Kryptosporidienparasiten in sich, ist nicht wahr. Ein Tier kann den Erreger in sich haben, dieser kann ausbrechen oder halt auch nicht.
Die Aufnahme geschieht Oral (durch den Mund) meist durch das Ablecken des Kots von

anderen Tieren, durch die Aufnahme von infiziertem Sand oder Futter (z.B. Heimchen frisst Kot des Wirts und wird später von einem anderem Gecko gefressen) oder auch über die Wasserschale ist die Infizierung möglich. Die Übertragung ist auch durch durch die Luft möglich, da diese Parasiten sehr klein sind. Keine Übertragung wurde bisher vom schwangeren Muttertier auf das Jungtier im Bauch nachgewiesen. Dennoch ist es möglich, dass das Jungtier während des Schlupfes sich über die Eierschale infiziert. Die größte Gefahr einer Ansteckung besteht im Hinzutun eines neuen Tieres ohne Quarantäne und Kotuntersuchung in eine bestehende Gruppe. Die Frage, wie der Parasit im Einzelfall eingefangen und übertragen wird, ist schwer zu beantworten. Es gibt auch Fälle, bei denen nicht das neue Tier, sondern ein bestehendes Tier an Kryptos erkrankte. Dies durch den verursachten Stress des Neulings in der Gruppe.

Über Symptome und Verhalten der Tiere

Kryptosporidien sind in der oberen Schleimschicht vorzufinden. Bei der Art C. saurophilum wird der Darm verletzt und die Schleimhaut zerstört. Außerdem entstehen Entzündungen, das Tier nimmt zu wenig Flüssigkeit auf und dehydriert. Probleme bei der Aufnahme von Spurenelementen und Nährstoffen wie auch Verdauungsschwierigkeiten, Durchfall und Erbrechen gehören des Weiteren zu den Symptomen für Kryptosporidien. Die Tiere können sogar ihren Appetit behalten, auch wenn das Futter oft unverdaut wieder ausgeschieden wird. 

Beseitigung der Kryptosporidien aus dem Terrarium

Kryptosporidien halten Temperaturen von -20°C bis 65°C aus. Die üblichen Desinfektionsmittel sind unschädlich für diese Parasiten. Daher wird zu Ammoniak o.ä. geraten. Dies sollte aber nur unter ärztlicher Kontrolle/Rücksprache benutzt werden. Werden Gegenstände bei 100°C eine Stunde lang im Backofen trocken sterilisiert, sollten die Parasiten auch absterben.

Fazit

Bei Verdacht auf Kryptos sollte nicht lange gepröbelt werden, sondern sofort ein reptilienkundiger Tierarzt aufgesucht werden.

 

Autorin: Cindy Niederberger

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